Himalaya

Königreiche zwischen Himmel und Erde

Auf den Spuren des Buddha

 

"Hundert göttliche Zeitalter reichen nicht aus,
um alle Wunder und Herrlichkeit des Himachal zu beschreiben",

heißt es in einer alten indischen Schrift. Man muss einmal das Himalaya-Massiv gesehen haben, von den Tiefländern aus, wie es sich über den Dunst der Niederungen erhebt, majestätisch, rein und klar in den Himmel aufsteigend, dann wird man verstehen, dass die Inder ehrfürchtig zu seinen Gipfeln aufblicken, diese mehr dem Himmel als der Erde zuordnen und als Wohnsitze ihrer Götter verehren. Von dort kommen die Flüsse - Indus, Ganges, Brahmaputra -, das lebensspendende Wasser von dem Millionen und Abermillionen Menschen abhängig sind.

In einer Zeit als noch geographische Gegebenheiten, ethnische Zusammengehörigkeit und überkommene Traditionen, die Gemeinwesen bestimmten, entstanden eine ganze Reihe kleiner Himalaya-Königreiche: Bhutan, Ladakh, Sikkim, Zanskar, Mustang, Guge. Manche von ihnen überdauerten Jahrhunderte und konnten ihre Unabhängigkeit bis ins letzte Jahrhundert bewahren, ein einziges - Bhutan - sogar bis zum heutigen Tag. Sie alle haben eines gemeinsam; sie sind Erben des indischen Buddhismus, der sich auf vielfältigen Wegen über die gesamte Himalaya-Region verbreitet und sie kulturell befruchtete.

Bruno Baumann ist den alten Wegen auf der höchst gelegenen Fußgängerzone der Welt gefolgt; entlang der alten Salzstraße nach Mustang, auf dem Weg der Sherpa über den Nangpa La von Tibet nach Nepal, durch den "Grand Canyon" des Himalaya nach Guge. Er besucht Klöster und Feste in Ladakh und erkundet Bhutan, wo Natur- und Kulturschutz an erster Stelle stehen und der Lebensstandard nicht am Bruttosozialprodukt sondern am Bruttosozialglück gemessen wird. Im Zuge seiner Durchquerung von Nepals "wildem Westen" wird er Zeuge von lebendigem Schamanismus, in Mustang zählt er zu den ersten Ausländern, die der Raja nach Öffnung des Landes in seinem Palast in der mittelalterlich anmutenden Stadt Lo Manthang empfängt, in Bhutan steigt er zur Zeit der Rhododendronblüte zum Fuße des Götterberges Chomolhari auf.