Buchrezensionen

Der Weg des Buddha

 

Der Weg des Buddha

„Eine opulente Buchreise auf den Spuren des Buddhismus und seines Religionsstifters setzt der Schwemme esoterischer Glücksanleitungen einiges entgegen.“
Silke Voß – Usedom Kurier

„Buddha, ja klar, der Religionsgründer. Aber wer war dieser Prinz, der zum Heilssucher wurde? Und, noch wesentlicher für den großformatigen Megabildband von Bruno Baumann: Unfassbar, in wie vielen Stömungen und Windungen der Buddhismus den zerfurchten Riesenkontinent Asien heute noch belebt.“
Die Presse (A -Wien)

„Der Text fasst Wissenswertes zum historischen Buddha, seiner Lehre und deren unterschiedliche Traditionen zusammen; auch werden Persönlichkeiten unserer Zeit befragt, der Dalai Lama etwa oder Mae Chee Sansanee - das Model, das in Bangkok Nonne wurde. Derweil entführen die Bilder überall dorthin, wo das Wort Buddhas gilt: In den schönsten Winkeln Asiens berauschen sie sich an filigranen Spitzen vergoldeter Pagoden wie am massigen Steinmandala des uralten Borobodur auf Java. Stops an der Seidenstraße gelten wind- und sandgeschliffenen Stupas in der Wüste Gobi oder den strengen Zen-Gärten Kyotos. Der letzte Blick aber richtet sich auf den mächtigen Palast im tibetischen Lhasa, um den, nach der Vertreibung des Dalai Lama, die Plattenbetonbauten einer chinesischen Neustadt wuchern.“
FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18.12.2008

"Einen Bildband schaut man durch, legt ihn weg und vergisst ihn. Nicht so Bruno Baumanns opulentes Werk. Immer wieder habe ich hineingeschaut und die faszinierenden Fotos betrachtet: Es sind in der Mehrzahl große Bilder, oft Ausschnitte, auch auf Doppelseiten. Das Layout des Textes passt sich ihnen an, geschrieben auf weißem, gelbem, grünem oder schwarzem Untergrund, ohne die Augen zu ermüden. Das Papier fasst sich gut an, das Buch spricht nicht nur den Verstand, sondern auch die Sinne an - villeicht sollte man sich den Text beim Betrachten vorlesen lassen. Vom Leben und den Lehren des Buddha im Norden Indiens ausgehend zeichnet der Text die Geschichte des Buddhismus und seine Anpassung an vorbestehende Kulturen nach: Die Ausbreitung des Theravada-Buddhismus über den Südosten Asiens bis hin zu den indonesischen Inseln, als Mahayana-Buddhismus der Seidenstraße folgend nach Ostasien bis nach Korea und Japan sowie als Vajrayana-Buddhismus, der erst im 7.Jahrhundert Tibet erreicht. Die Mongolen als Schutzherren Tibets sind die letzten Asiaten, die Buddhisten werden, als der Buddhismus in seinem Ursprungsland längst durch den Islam ausgelöscht worden war. Der Text ist detailreich, aber nicht überfrachtet, nie langweilig und verbindet sich mit den Bildern zu einer harmonischen Einheit: mit dem Gold der Tempel in Bodhgaya oder Rangoon, dem Rot der Mönchsroben, dem Grün der Reisfelder und dem Braun der Erde Asiens. Diese gelungene Synopsis von Wort und Bild, die zweieinhalb Jahrtausende umspannt, regt zum Nach-Schauen und Nach-Denken an und macht das Werk zu einem besonderen Juwel eines jeden Buddhismus-Interessierten, gleich welcher Richtung er folgt."
Egbert Asshauer - Tibet und Buddhismus

"Bruno Baumanns gewichtiger Bildband führt auf bestechende Weise in Leben, Werk und Wirkung Buddhas und sein Lehre ein. Begleitet von fantastischen Aufnahmen von Landschaften, Tempeln und Mönchen erzählt er, wie aus einem Prinzen Buddha wurde und welche Art der Darstellung der Erleuchtete in buddhistischen Ländern und zu verschiedenen Zeiten erfuhr. Ein gutes Buch für alle, die sich ausgiebig, aber doch unterhaltsam mit dem Buddhismus auseinandersetzen wollen."
Outdoor 4/2009

 "Verlegenes Schweigen herrschte im Fernsehstudio, als der Moderator zu Beginn einer Bildaufzeichnung 'Buddhismus in Deutschland' die Zuschauer fragte, was ihnen von Buddha und Buddhismus bekannt sei. Der Buddha sei 'ein dicker sitzender Gott aus Indien', wagte sich schließlich einer hervor, und eine Dame ergänzte, 'er lehrt Seelenwanderung'. Verwunderung war im Auditorium zu spüren, als der anwesende Experte erläuterte, Buddha sei eine historische Person, kein Gott, werde in der Kunst Asiens niemals dick und keineswegs nur sitzend abgebildet und lehre keine Seelenwanderung, sondern zeige im Gegenteil einen Weg zur Erlösung aus der Wiedergeburt, die in Indien als unerfreuliche Tatsache des Dasiens und Quelle von Leiden angesehen wird. Neu war den meisten Gästen auch, dass der Buddhismus keinen Schöpfergott kennt und, statt eines Gottes, die Gesetzmäßigkeit des Kosmos, mit seinem Werden und Vergehen in den Mittelpunkt seines Denkens stellt."
Dieses eindrückliche Erlebnis schildert Hans Wolfgang Schumann, der bekannte deutsche Indologe. Tatsächlich spiegelt es die hierzulande allgemeine Unkenntnis über den Begründer und die Lehre einer der größten, sich seit etwa 2500 Jahren immer mehr ausbreitenden religiösen Strömungen in der Menschheitsgeschichte wider. Daran vermochten bisher auch die zahlreichen, teils wissenschaftlichen, teils populären Veröffentlichungen fachkompetenter Autoren zum Buddhismus nur wenig zu ändern. Ein Grund dafür liegt zweifellos in der europäischen Rezeption des Buddhismus, die keine Einigung darüber zu erzielen vermochte, "ob der Buddhismus eine Wissenschaft, eine Philosophie, eine Religion oder eher ein praktisches Meditationssystem sei" (Michael von Brück). Er ist aber, so der Gelehrte, alles zulgiech und mehr: "Er ist eine Wissenschaft von den psychischen Prozessen und Faktoren, die Wahrnehmung und Denken beeinflussen. Er ist eine Philosophie, die eine konsistente Erkenntnistherorie, Kosmologie und Anthropologie entwickelt hat. Er ist eine Religion, die durch ethische Anweisungen und kultische Praxis Werte für großflächige kulturelle Räume geschaffen hat. Er ist ein praktisches Meditationssystem, das durch unterschiedliche Methoden die bewusste Achtsamkeit im alltäglichen Leben, die Kontrolle der Emotionen und Gedanken sowie die Integration körperlicher und mentaler Vorgänge ermöglicht."
Mit seinem opulenten Text-Bild-Band "Der Weg des Buddha" eröffnet der österreichische Forschungsreisende Bruno Baumann nun einen neuen, vor allem spontanen Zugang zu diesem gewaltigen religiösen und geistesgeschichtlichen Kosmos. Auf der Grundlage einer Mischung aus wissenschaftlich fundierter Textinformation und grandioser visueller Dokumentation schreitet Baumann in fünf Kapiteln die Entwicklung des Buddhismus von seinen Anfängen bis in die Gegenwart ab. Dass sein Text nicht doch zu einem eher trockenen "Referat" geriet, den nur die phantastischen Fotos aufzulockern vermögen, ist Baumanns jahrzehntelangem Enthusiasmus für die Kulturen und Religionen Asiens, insbesondere Indiens und Tibets geschuldet. Neben mehreren Dokumentarfilmen künden zahlreiche Bücher von seiner intensiven Beschäftigung mit dem Himalayaraum: "Der diamantene Weg. Wege zu den heileigen Stätten Tibets" (1988), "Tibet. Die Götter werden siegen" (1991), Mustang. Das verborgene Königreich im Himalaya" (1993), Kailash. Tibets heiliger Berg" (2002), Der Kristallspiegel. Pilgerreise zum heiligen Berg Kailash" (2005), "Der Silberpalast des Garuda. Die Entdeckung von Tibets letztem Geheimnis" (2006), um nur diese Titel zu nennen.
So gilt denn Bruno Baumann schon seit Langem als einer der besten Kenner der Kultur und Religion Tibets und überhaupt des Himalaya. Dass viele der auf seinen unentwegten Erkundungs- und Forschungsreisen gewonnenen Erkenntnisse in dieses Buddha-Projekt mit eingeflossen sind, versteht sich von selbst. Das macht auch die Lebendigkeit des Textteils aus, insbesondere dort, wo eine allgemein verständliche und dennoch wissenschaftlich untadelige Vermittlung komplizierter religiöser und geisteswissenschaftlicher Zusammenhänge geboten ist. Angesichts der hier vollzogenen einzigartigen Kontinuität zwischen Text und Bild, mit der es Baumann gelingt, Entstehung, Lehre und Ausbreitung des Buddhismus umfassend darzustellen, gewinnt sein Buch geradezu den Rang einer "Enzyklopädie des Buddhismus". Jedenfalls dürfte es - zumindest im deutschen Sprachraum - kein zweites Werk geben, das mit solcher Anschaulichkeit und Gründlichkeit den Buddhismus in allen seinen Erscheinungs- und Ausdrucksformen einem breiteren Publikum nahezubringen versucht.
Adelbert Reif - Universitas. Orientierung in der Wissenschaft