Buchrezensionen

Kailash. Tibets heiliger Berg

 

Die Preetorius Stiftung:
Asien - Kunst - Kultur (München)

"Ein Aufheulen des Motors riß mich aus dem Halbschlaf" - so beginnt das Kailash-Buch von Bruno Baumann, und es folgt in seinem Vorwort das Resümee eines guten Dutzend von Reisen in diese entlegene Gegend, eine Zusammenfassung der dort geschauten Naturschönheiten, ein Bericht von der Begegnung mit Menschen und ihren unterschiedlichen Religionen, eine Ahnung der spirituellen Bedeutung des Kailash - und eine nüchterne Beschreibung der Schwierigkeiten, dorthin zu gelangen...

Bruno Baumann ist - im besten Sinne des Wortes - ein Abenteurer, ein Entdecker, der sich mit Neugier, Energie und Ehrgeiz immer wieder neue Aufgaben stellt, und der spannend und detailliert über seine Expeditionen berichtet. [Das Buch ist] glänzend recherchiert, voller Information, gut und spannend geschrieben und daher unbedingt zu empfehlen...

Baumann [hat] auf vier expeditionsgleichen Reisen den schwierigen Weg der vier großen Flüsse des Subkontinents zu ihren Quellen in der Nähe des Kailash verfolgt. Minutiös und spannend beschreibt er die großartigen Landschaften, berichtet von menschlichen Begegnungen aber auch von den täglichen Schwierigkeiten und Strapazen dieser Reisen an den schwer zugänglichen und oft gefahrvollen Oberläufen von Indus, Sutlej, Karnali und Brahmaputra....Hunderte von Farbbildern sind hier wichtiges Instrument textbegleitender Information...

Baumanns Buch beschränkt sich nicht auf den Kailash, sondern ist zugleich Führer zu so wichtigen Plätzen Westtibets wie Tholing, Tsaparang, Purang, Tirthapuri und die Ebene von Barga. Baumann hat die heiligen Seen Rakastal und Manasarowar besucht und letzteren - auch das ein traditioneller Pilgerweg - rituell umwandelt. Und schließlich erwarb sich Baumann mit seinen 13 Koras um den Kailash das Recht zur sogenannten "inneren Kora", zu dem nur selten begangenen Weg an die Basis der mächtigen Südwand des heiligen Berges, wo das weithin sichtbare Vajra das Zentrum dieses natürlichen Mandala markiert. Es ist der erste und bisher einzige Bericht über diesen ultimativen Pilgerpfad...

mb, April 2003

 

6.3.2003 - Am Ursprung von Indus, Tsangpo-Brahmaputra, Sutley und Karnali erschließt sich ihm das unerhörte Wunder dieser Weltgegend, in der vier Schicksalsströme im Umkreis eines einzigen Berges entspringen. Der Kailash selbst, dieses „Mandala der Natur“ ist ihm dreizehn Umrundungen wert, ehe er sich der Erlaubnis der tibetischen Autoritäten daran macht, die „innere Kora“ zu erschreiten, eine Unternehmung, die er aus Ehrfurcht vor der Heiligkeit des innersten Bezirkes am Fuße des Nandi-Berges abbricht. So anschaulich das Erlebnis von Geographie und Kultur im Mittelpunkt des Buches steht, so liebevoll weiß Baumann auch die Begleiter am Wegesrand zu würdigen – die Pilgerin aus Amdo, die mit ihrem Kind durch den kalten Westen Tibets läuft, eine asketische Französin, die wie eine Wiedergeburt von Alexandra David-Neel mit den Pilgerscharen wandert, oder den „Milch-Baba“ aus Kathmandu. Sie sind die Komparsen auf der großen Bühne des Kailash, auf der die Gäste aus der „entzauberten Welt“ des Westens an dem Wunder einer „beseelten Natur“ teilhaben können. Daß es Bruno Baumann gelingt, dieses Gefühl, das mitunter einer Sehnsucht gleicht, durch seinen sehr persönlichen Stil auf den Leser zu übertragen, gehört zu den Erstaunlichkeiten dieses Buches. Daß es zudem die Konturen, Bilder und Farben dieser weit entfernten Weltgegend auf annähernd zweihundert meisterhaften Fotos präsentiert, ist mehr, als man von einem Reisebuch erwarten darf.

 

Globetrotter Reisebuchpreis 2002

"Kailash - Tibets heiliger Berg" ist aus der jahrelangen Auseinandersetzung Baumanns mit dem Tranhimalaja entstanden. Er nähert sich in diesem Buch dem Berg, aus dem die vier größten Flüsse Asiens entspringen, aus jeder erdenklichen Richtung. Geographisch. Historisch, mythologisch und in fast religiöser Fotografie.

Bruno Baumann gilt als einer der besten Kenner Tibets, er hat in diesem Buch ein Werk herausgegeben, das nicht nur durch seine fundierten Kenntnisse besticht, sondern auch einen Blick in die Seele des Autors wirft. "Geht weiter, geht weiter!" waren die Worte Buddhas, die er seinen Schülern als letztes mit auf den Weg gab. Vielleicht sagt uns das auch der Kailash, nämlich das Leben als eine einzige Pilgerschaft zu betrachten, eine fortwährende Suche nach dem, was heilig ist - in uns und um uns." (Lesen Sie mehr über das beste Reisebuch des Jahres 2002)

 

Wrage Buchhandlung (Gabriele Mariel Pauls)

Mit seinen 6712 Metern ist der Mount Kailash das Schneejuwel auf dem Dach der Welt. Die vier größten Flüsse Asiens - Indus, Brahmaputra, Karnali und Sutley entspringen in seiner unmittelbaren Umgebung und fleißen wie Speichen eines Rades in aller vier Himmelsrichtungen. Und so gilt der Kailash als das Zentrum eines von der Natur geschaffenen Mandalas. Seit urdenklichen Zeiten kommen Pilger aus allen Teilen Tibets, Indiens und Nepals zum Kailash, denn auch die Quellen der vier Flüsse gelten als Heiligtümer. "Wer ihn sieht, dessen Sünden werden ausgelöscht wie der Tau von der Morgensonne." Dieser Satz gilt für vier Religionsgruppen gleichzeitig. Hindus. Buddhisten, Jaina und Bön verehren den gleichermaßen als höchstes Pilgerziel.

Bruno Bauman, Autor, Fotograf und Filmemacher, ist den Pfaden der Pilger gefolgt. Über zehn Jahre lang hat er die Gesamtheit des Natur-Mandalas erfasst und die Quellen der vier großen Flüsse erreicht. Über Tausende Kilometer ist er den Läufen von Indus und Brahmaputra, von Karnali und Sutley teilweise zu Fuß gefolgt. Unterwegs traf er viele Menschen, die er zu ihren religiösen Ritualen und zu den heiligen Stätten rund um den Kailash befragt hat. Zu seinem geografischen Verständnis kam eine "Landkarte des Glaubens" hinzu, in der die heiligen Stätten der Pilger eingezeichnet sind. Baumanns Interesse galt nun auch der Frage, warum und wie der Kailash zum Mittelpunkt der Verehrung von vier Religionen wurde. Um der Antwort näher zu kommen, vollzog der weitgereiste Abenteurer nach alter Sitte der Pilger dreizehn rituelle Umwanderungen und konnte so schließlich in den heiligsten inneren Kreis, die innere Kora des Kailash einziehen.

Die knapp 200 Fotos in Bruno Baumanns Buch über den heiligen Berg Tibets vermitteln auch Menschen ohne Reiseerfahrungen in Tibet etwas von der Atmosphäre am Kailash und dem Lebensgefühl der Pilger. Liest man Baumanns Schilderungen seiner Reisen, wird klar, daß hier kein Abenteurer unterwegs war, der es "cool" findet auf den Pfaden der Pilger zu wandeln, sondern ein Mensch, der ein eigenes Anliegen hat. Sensibel schildert Bruno Baumann auch die Veränderungen in Tibet, die die chinesische Besatzungsmacht unaufhaltsam erzwingt, erzählt von dem Ringen, besonders der buddhistischen Mönche, um kulturelle und religiöse Freiheiten.

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